Kontrolle: Überwachungsfachkraft Frank Göttingen ist während seiner Schicht von 8.30 Uhr bis 16.50 Uhr im nördlichen Bezirk Herfords unterwegs. - © Anastasia von Fugler
Kontrolle: Überwachungsfachkraft Frank Göttingen ist während seiner Schicht von 8.30 Uhr bis 16.50 Uhr im nördlichen Bezirk Herfords unterwegs. | © Anastasia von Fugler

Herford Stadt verteilt immer mehr Knöllchen

Parkraumbewirtschaftung: Fünf Kontrolleure rücken täglich gegen Falschparker aus

Anastasia von Fugler

Herford. Beleidigungen, Drohungen und sogar körperliche Übergriffe - die Kontrolleure sind bei Falschparkern auf alles gefasst. Rund 45.392 Strafzettel schrieben die Mitarbeiter der Stadt Herford im vergangenen Jahr. Und nicht immer wurden diese gleich akzeptiert. Vor allem auf den Parkplätzen an der Berliner Straße, direkt in der Innenstadt, und um das Rathaus herum gab es viele Knöllchen zu verteilen. "Es liegt keiner auf der Lauer und wartet darauf, dass die Zeit abläuft", sagt Überwachungskraft Frank Götting. Er und weitere vier Mitarbeiter des Ordnungsamtes sind für den ruhenden Verkehr innerhalb der Stadtgrenzen zuständig. Götting ist sich des negativen Images bewusst, das die Kontrolleure bei vielen Menschen hätten. "Im und ums Zentrum herum gibt es eine Parkplatzproblematik. Es herrscht ein hoher Parkdruck." Um die Mobilität zu gewährleisten, bestehe zum Beispiel an der Berliner Straße eine Höchstparkdauer von einer Stunde. Wie verzweifelt die Platzsuchenden teilweise sind, sei dem Kontrolleur bekannt: "Zur Weihnachtszeit nahm ein Mann ein Verwarnungsgeld von 35 Euro in Kauf. Nach langer Suche stellte er seinen Wagen auf einem Behindertenparkplatz ab. Auf die Bitte hin, sein Auto dort wegzufahren, entgegnete er mit Widerspruch. Abschleppen ist die letzte Instanz "Die einzige Möglichkeit darauf zu reagieren, sei mit der Drohung des Abschleppwagens, so Götting weiter. Das wäre aber die letzte Instanz. "Man kann immer mit uns reden. Wir verstehen die Geschichten ja auch, die uns erzählt werden", sagt der Mitarbeiter des Ordnungsamtes. "Und manchmal drücken wir bei der Parkscheibe auch ein Auge zu." Für Dauerparker und Anwohner weisen die städtischen Mitarbeiter jedoch stets auf die "guten und adäquaten Parkhäuser" hin. Parkflächen in der Innenstadt kostenpflichtig Anders als in vielen Nachbarstädten ist die Nutzung der öffentlichen Parkflächen im zentralen Innenstadtbereich kostenpflichtig. "Dafür haben wir die Brötchentaste", sagt Lothar Sobek, Leiter des Ordnungsamtes Herford. Diese Brötchentaste am Parkscheinautomaten ermöglicht eine kostenlose Parkzeit von 20 Minuten. Samstags gibt es keine Parkgebühr, dann gilt die Parkscheibe. Und sonntags sei das Parken kostenfrei. 45.392 Strafzettel machen 721.000 Euro Verwarnungsgeld Auch am Wochenende sind die Kontrolleure viel unterwegs, teilweise bis 24 Uhr. An Plätzen wie bei den Diskotheken, am Bahnhof oder am Schützenhof mehren sich die Falschparker am Freitag und Samstagabend. "Auf Wunsch der Anwohner kontrollieren wir auch regelmäßiger am Schützenhof", sagt Sobek. Es komme nämlich öfter vor, dass ein Müllwagen oder ein Rettungswagen durch die falsch parkenden Autos behindert werde. Und das dürfe nicht sein, so der Ordnungsamtsleiter weiter. Mit den Verwarnungsgeldern von insgesamt 721.000 Euro erzielte die Stadtkasse 2017 den bisher höchsten Wert der vergangenen Jahre. Zum Vergleich: 2016 wurde von den städtischen Mitarbeitern 39.753 Knöllchen im Gegenwert von 642.000 Euro geschrieben, 2015 waren es 38.148 Strafzettel und 586.000 Euro. Dass es hier einen stetigen Anstieg gebe sei Zufall, sagt Sobek. 2017 wurde zum Beispiel eine Stelle mehr bei den Überwachungsmitarbeitern besetzt, auch die milde Witterung hätte dazu beigetragen. Sobek: "Je stärker der Winter, desto weniger Autos sind unterwegs." Er ist sich sicher, dass dieser Anstieg keinen Trend darstelle.

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