NRW kehrt zum neunjähirgen Baitur zurück. Vielen Eltern geht das aber nicht schnell genug. - © dpa
NRW kehrt zum neunjähirgen Baitur zurück. Vielen Eltern geht das aber nicht schnell genug. | © dpa

Düsseldorf Eltern fordern schnellere Abkehr vom Turboabitur

Bildungspolitik: Eine Initiative übergibt mehr als 12.600 Unterschriften an die Schulministerin.

Carolin Nieder-Entgelmeier

Düsseldorf. Die Landesregierung in NRW hat die Abkehr vom Turbo-Abitur beschlossen, doch den Kritikern des achtjährigen Gymnasiums (G8) gehen die Pläne nicht weit genug. Sie sehen vor, dass im Schuljahr 2019/2020 zum neunjährigen Gymnasium (G9) zurückgekehrt wird. Die Eltern aber fordern in einer Petition die Beschleunigung der G9-Rückkehr und haben Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) die Unterschriften von mehr als 12.600 Unterstützern übergeben. „Aktuell werden 230.000 Schüler in NRW von der G9-Rückkehr ausgeschlossen", moniert die Regionalkoordinatorin der Elterninitiative „G9 jetzt in NRW", Ivonne Kunze. „Dagegen setzen wir mit der Petition ein Zeichen." Den Ausschluss mehrerer Jahrgänge bei der Rückkehr zum G9 begründet das Schulministerium mit fehlenden Lehrplänen und Raumnot. Beide Argumente sind für die Mitglieder der Elterninitiative nicht haltbar. „In Niedersachsen hat die Landesregierung gezeigt, wie reibungslos die schnelle Rückkehr zum G9 funktioniert hat", sagt Kunze. Lehrergewerkschaft lehnt schnellere G9-Rückkehr ab Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) NRW warnt vor einer Beschleunigung. Der Vorsitzende der Lehrergewerkschaft, Udo Beckmann aus Paderborn, befürchtet, dass Schüler, Lehrer und Eltern unter einer zu schnellen Umsetzung vom G8 leiden würden. „Qualität muss vor Schnelligkeit gehen. Wir sollten aus bereits gemachten Fehlern lernen und sie nicht wiederholen." Schulverwaltung und Lehrkräfte benötigen Zeit, um die Veränderungen vernünftig zu organisieren, ergänzt Beckmann. Zum Schuljahr 2019/2020 ist die Umsetzung vom G9, mit Wahlmöglichkeit bei G8 zu bleiben, geplant. „Kritisch ist, dass Eltern der aktuellen Viertklässler bei ihrer Schulwahl nicht sicher sein können, wie sich das Gymnasium letztendlich entscheidet. Hier bedarf es einer Nachbesserung", fordert Beckmann. Bei der G9-Rückkehr nichts zu überstürzen, sei aber richtig. „Das Abitur nach 13 Schuljahren bedingt allerdings mehr Lehrkräfte, von denen wir schon jetzt zu wenig haben."

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